Zur Verringerung der Angriffsfläche von Windows-10-Computern wird insbesondere empfohlen:

Nicht benötigte Software deinstallieren

Systemsteuerung -> Alle Systemsteuerungselemente -> Programme und Features

Sollte der Computer mit Windows 10 bereits vorinstalliert gewesen sein, empfiehlt sich eine saubere Neuinstallation, damit überflüssige vorinstallierte schadhafte oder anfällige Software vom System entfernt wird.

Nicht benötigte Windows-Features deaktivieren

Systemsteuerung -> Alle Systemsteuerungselemente -> Programme und Features -> Windows-Features aktivieren oder deaktivieren

Typischerweise aktiv, aber nicht benötigt sind:

  • "Arbeitsordnerclient"
  • "Druck- und Dokumentendienste" [1]
  • "Internet Explorer 11"
  • "Microsoft XPS Document Writer" sowie "XPS-Viewer"
  • "Unterstützung für die Remotedifferenzialkomprimierungs-API" [2]

Nicht benötigte Dienste/Services deaktivieren[3]

Systemsteuerung -> Alle Systemsteuerungselemente -> Verwaltung -> Dienste

Typischerweise aktiv, aber nicht benötigt sind bspw.:

  • BranchCache (PeerDistSvc)
  • Dienst für Einzelhandelsdemos (RetailDemo)
  • Geolocation-Dienst (lfsvc)
  • Gemeinsame Nutzung der Internetverbindung (SharedAccess)
  • Infrarotüberwachungsdienst (irmon)
  • Jugendschutz (WpcMonSvc)
  • Manager für heruntergeladene Karten (MapsBroker)
  • Microsoft iSCSI-Initiator-Dienst (MSiSCSI)
  • Microsoft Windows SMS-Routerdienst (SmsRouter)
  • Sensor[...]
  • SNMP-Trap (SNMPTRAP)
  • Telefondienst (PhoneSvc)
  • Windows-Dienst für mobile Hotspots (icssvc)
  • Windows-Insider-Dienst (wisvc)
  • Xbox [...]
  • Zahlungs- und NFC/SE-Manager (SEMgrSvc)

Nicht benötigte Netzwerkfunktionen deaktivieren

Systemsteuerung -> Alle Systemsteuerungselemente -> Netzwerk- und Freigabecenter -> Adaptereinstellungen ändern -> [Adapter] -> Einstellungen dieser Verbindung ändern

Typischerweise aktiv, aber nicht benötigte Elemente sind:

  • "Client für Microsoft-Netzwerke"
  • "Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke"
  • "QoS-Paketplaner"
  • "Microsoft-LLDP-Treiber"
  • "Antwort für Verbindungsschicht-Topologieerkennung"
  • "E/A-Treiber für Verbindungsschicht-Topologieerkennung"

Obsolete Windows-Namensauflösung-Protokolle (WINS und LLMNR) deaktivieren[4]

1. "NetBIOS über TCP/IP" (WINS-Namensdienst) in der IPv4-Einstellung in allen genutzten Netzwerkadaptern deaktivieren:

... -> Internetprotokoll, Version 4 (TCP/IPv4) -> Eigenschaften -> Erweitert -> WINS


2. Multicastnamensauflösung (LLMN) global deaktivieren:

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Netzwerk | DNS-Client

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
"Multicastnamensauflösung deaktivierenAktiviert

Remoteunterstützung, -Desktopzugriff (RDP) und -Shell deaktivieren

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | System | Remoteunterstützung

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
"Remoteunterstützung anbieten" konfigurierenDeaktiviert
"Angeforderte Remoteunterstützung" konfigurierenDeaktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | Remotedesktopdienste | Remotedesktopsitzungs-Host | Verbindungen

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Remoteverbindungen für Benutzer mithilfe der Remotedesktopdienste zulassenDeaktiviert[5]

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | Windows-Remoteshell

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Remoteshellzugriff zulassenDeaktiviert

Installation von Tastaturen nur mit Administratorrechten erlauben

Dies erschwert Angriffe über als USB- oder SD-Speichermedium getarnte angeschlossene Eingabe-Geräte mit Tastaturcontroller (RubberDucky etc.)[6]

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | System | Geräteinstallation | Einschränkungen bei der Geräteinstallation

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Installation von Geräten mit Treibern verhindern, die diesen Gerätesetupklassen entsprechen

Aktiviert

  • Installation von Geräten mithilfe von Treibern für diese Gerätesetupklassen verhindern: {4d36e96b-e325-11ce-bfc1-08002be10318}
Administratoren das Außerkraftsetzen der Richtlinien unter "Einschränkungen bei der Geräteinstallation" erlaubenAktiviert

Automatische Wiedergabe (Autoplay) und Start von Programmen (Autorun) auf angeschlossenen Wechselmedien deaktivieren

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | Richtlinien für die automatische Wiedergabe

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Autoplay deaktivieren

Aktiviert

  • Automatische Wiedergabe deaktivieren auf: Alle Laufwerke
Automatische Wiedergabe für andere Geräte als Volumes nicht zulassenAktiviert
Standardverhalten von AutoAusführen festlegen

Aktiviert

  • AutoAusführen-Standardverhalten: Keine AutoAusführen-Befehle ausführen

Windows Script Host deaktivieren

HKEY_LOCAL_MACHINE \ SOFTWARE \ Microsoft \ Windows Script Host \ Settings

Registry-EintragEmpfohlener Wert
EnabledREG_DWORD 0x00000000 (0)

Weitere Features unterbinden

Um dem Kontrollverlust durch Microsoft-Features allgemein entgegen zu wirken, sollten folgende Einstellungen gesetzt werden:

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Netzwerk | Netzwerkverbindungen

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Verwendung der gemeinsam genutzten Internetverbindung im eigenen DNS-Domänennetzwerk nicht zulassen

Aktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Netzwerk | Windows-Verbindungs-Manager

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Verbindung mit Nicht-Domänennetzwerken bei vorhandener Verbindung mit domänenauthentifiziertem Netz nicht zulassen

Aktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | System | Anmelden

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Anwendungsbenachrichtigungen auf gesperrtem Bildschirm deaktivieren

Aktiviert

Anmelden mit Bildcode deaktivierenAktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | System | Ausgleichsoptionen

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Blockieren nicht vertrauenswürdiger SchriftartenAktiviert[7]

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | System | Betriebssystemrichtlinie

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Aktivitätsfeed aktivierenDeaktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | System | Gruppenrichtlinie

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Telefon-PC-Verbindung auf diesem GerätDeaktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | System | Internetkommunikationsverwaltung | Internetkommunikationseinstellungen

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Internet-Download für die Assistenten "Webpublishing" und "Onlinebestellung von Abzügen" deaktivierenAktiviert
Programm zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit deaktivierenAktiviert
Drucken über HTTP deaktivierenAktiviert
Download von Druckertreibern über HTTP deaktivierenAktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | Microsoft-Konto

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Benutzerauthentifizierung von Microsoft-Konten aller Anwender blockierenAktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | Position und Sensoren

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Positionskripting deaktivierenAktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | Windows Ink-Arbeitsbereich

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Windows Ink-Arbeitsbereich zulassenDeaktiviert

Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | Windows-Spielaufzeichnung und -übertragung

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Aktiviert oder deaktiviert die Windows-Spielaufzeichnung und -übertragungDeaktiviert

Benutzerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Startmenü und Taskleiste | Benachrichtigungen

GruppenrichtlinieneinstellungEmpfohlene Option
Popupbenachrichtigungen auf gesperrtem Bildschirm deaktivierenAktiviert

Web Proxy Auto Discovery Protocol (WPAD) zur automatischen Konfiguration eines Proxys in Webbrowsern deaktivieren:[8]

HKEY_CURRENT_USER \ Software \ Microsoft \ Windows \ CurrentVersion \ Internet Settings \ Wpad

Registry-EintragEmpfohlener Wert
WpadOverrideREG_DWORD 0x00000001 (1)

Distributed Component Object Model (DCOM) deaktivieren:

HKEY_LOCAL_MACHINE \ SOFTWARE \ Microsoft \ Ole

Registry-EintragEmpfohlener Wert
EnableDCOMREG_SZ N[9]

Fußnoten

[1]

Anders als die Bezeichnung suggeriert, schränkt dies die Funktionalität des verbundenen Druckers nicht ein, sondern bezieht sich auf Freigaben lokaler Drucker.

[2]

Ein Feature, dass Datentransfers beschleunigen soll, in gemischten Netzwerken aber kontraproduktiv wirkt.

[3]

[4]

Ein Windows-System, das einen Netzwerknamen auflösen will, versucht es (nach der Anfrage der lokalen hosts-Datei und beim vorgegebenen DNS-Server) mit der Link-Local Multicast Name Resolution (LLMNR) und danach ggf. über den NetBIOS-Nameservice (NBT-NS). In modernen Netzwerken wird LLMNR und NTB-NS nicht mehr benötigt und es geht sogar Gefahr dadurch aus (vgl. www.bsi.bund.de/DE/Themen/Cyber-Sicherheit/Aktivitaeten/CERT-Bund/CERT-Reports/HOWTOs/Offene-NetBIOS-Namensdienste/Offene-NetBIOS-Namensdienste_node.html, 10dsecurity.com/saying-goodbye-netbios/, woshub.com/how-to-disable-netbios-over-tcpip-and-llmnr-using-gpo/ und iX Verlag: "Mein Name ist Hase", 10/2016 S. 106).

[5]

[6]

vgl. c't 05/2015, S. 170; USB-Speichermedien (und alle anderen Geräteklassen, die nicht in die Blacklist aufgenommen wurden) funktionieren so dennoch. Beim Anstecken einer Tastatur erscheint dann eine Fehlermeldung und die Installation kann nur als Administrator über den Geräte-Manager ("Treiber aktualisieren") vollzogen werden.

[7]

Zu Blockieren von nicht vertrauenswürdigen Schriftarten über das Graphics Device Interface (GDI) vgl. docs.microsoft.com/de-de/windows/security/threat-protection/block-untrusted-fonts-in-enterprise

[8]

[9]